Menu

  • collapseDeutsch (439)
  • collapseEnglish (63)
  • expandEspañol (65)
  • expandFrançais (75)
  • expandItaliano (33)
  • expandNederlands (28)
  • expandOther Languages (8)
  • expandTürkçe (60)
  • expandРусский (20)

Zur Einschätzung des Aufrufs des ZK der KPD vom 11. Juni 1945

• Kritische Einschätzung des Aufrufs I. Richtige Positionen des Aufrufs II. Kritik des Aufrufs

Zur Einschätzung des Aufrufs des ZK der KPD vom 11. Juni 1945

Zur Einschätzung des Aufrufs des ZK der KPD vom 11. Juni 1945
• Kritische Einschätzung des Aufrufs I. Richtige Positionen des Aufrufs II. Kritik des Aufrufs
• Dokument: Der Aufruf des ZK der KPD vom 11.6.1945 Eine Beilage zum Flugblatt von “Gegen die Strömung”:
“Argumente gegen Geschichtsrevisionismus” (Mai/Juni 2005) Kritische Einschätzung des Aufrufs Die KPD war die erste politische Partei in Deutschland, die nach der militärischen Zerschlagung des Nazifaschismus mit einer aktuellen Stellungnahme an die Öffentlichkeit trat. Das war der Aufruf des ZK der KPD vom U. Juni 1945. Wir halten es für erforderlich, den Aufruf der KPD Punkt für Punkt zu besprechen und kritisch einzuschätzen. Eine solche kritische Einschätzung darf folgende grundlegenden Gesichtspunkte nicht außer acht lassen:
* Der Aufruf von 1945 war nicht nur die erste grundsätzliche Stellungnahme der KPD seit der Berner Konferenz von 1939. Es ist ebenfalls unbestreitbar, daß er zu einem herausragenden Dokument in einer Reihe wegweisender Erklärungen, zu einem Meilenstein in der Geschichte der KPD wurde.
* Mit dem kurz gehaltenen Aufruf versuchte die KPD, die zentrale taktische Aufgabe der Stunde, das Hauptkettenglied — nämlich den Kampf gegen die noch existierenden Bestandteile des Nazifaschismus auf allen Ebenen – möglichst populär darzulegen und zu begründen.
* Angesichts einer Bevölkerung, die in ihrer übergroßen Mehrheit nazistisch verhetzt war und die Nazifaschisten buchstäblich bis zur letzten Minute unterstützt hatte, lautete die grundlegende taktische Orientierung des Aufrufs, die gesamten Kräfte darauf zu konzentrieren und alle zu ergreifenden Maßnahmen daran zu messen, was nötig war, um den Nazifaschismus auf allen Ebenen zu vernichten – auch als unabdingbare Voraussetzung für das Herankommen an die sozialistische Revolution. Diese antinazistisch-demokratische Orientierung scheint uns richtig. Ja mehr noch: Sie ist auch das Kriterium ftir die oft scharfe und uns notwendig erscheinende Kritik an Abweichungen von einer solchen konsequent demokratischen Orientierung.
“Der Aufruf kann nicht umstandslos in die Reihe der programmatischen Dokumente der KPD eingeordnet werden. Solche Erwartungen wären verfehlt. Die Ausarbeitung programmatischer Dokumente mußte Aufgabe der Parteikonferenzen und Parteitage sein. Vielmehr ging es dem ZK der KPD im Aufruf darum, die Verbrechen des Nazifaschismus, die erstrangige Frage der Schuld und Mitschuld, die Ursachen für die Besetzung Deutschlands möglichst genau zu bestimmen, zumindest einen kurzen Rückblick auf die Arbeit der KPD vorzunehmen, alles mit dem grundlegenden Ziel vor Augen, die antinazistische taktische Orientierung der KPD möglichst umfassend zu begründen und entsprechende Aufgabenstellungen zu formulieren.
* Die Qualität des Aufrufs zeigt sich insbesondere in der Tatsache, daß die SED später in vielerlei Hinsicht gerade die richtigen Positionen des Aufrufs revidiert hat oder hinter diese Positionen zurückgefallen ist. Andererseits enthält der Aufruf auch schwerwiegende Mängel und Fehler, die später von der SED kultiviert wurden und anhand derer sich grundlegende Probleme herausarbeiten lassen.
I. Richtige Positionen des Aufrufs des ZK der KPD Zu den bisher welthistorisch einmaligen Nazi-Verbrechen Sehr wichtig sind die Passagen im Aufruf zu den welthistorisch bisher einmaligen Verbrechen Nazideutschlands.
Von großer Bedeutung ist, daß die KPD hier den Versuch unternimmt, die ungeheuren Verbrechen des Nazifaschismus anzuprangern, von der gewaltsamen Annexion Österreichs über die Verschleppung der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern bis zur “fabrikmäßigen” Ermordung von vielen Millionen Menschen in den Gaskammern und Verbrennungsöfen in den Vernichtungslagern:
“Ein Verbreche?! war die gewaltsame Annexion Ös terreichs, die Zerstückelung der Tschechoslowakei.
Ein Verbrechen war die Eroberung und Unterdrü ckimg Polens, Dänemarks, Norwegens, Belgiens, Hollands und Frankreichs, Jugoslawiens und Grie chenlands. ” Weiter wird der “heimtückische, wortbrüchige Überfall auf die Sowjetunion, die nie einen Krieg mit Deutschland gewollt hat, aber seit 1917 dem deutschen Volke zahlreiche Beweise ehrlicher Freundschaft erbracht hat” angeprangert.
Zu den Nazi-Völkermordverbrechen heißt es:
” Und ungeheuerlich sind die Greueltaten, die von den Hitlerbanditen in fremden Ländern begangen wurden. An den Händen der Hitlerdeutschen klebt das Blut von vielen, vielen Millionen gemordeter Kinder, Frauen und Greise. In den Todeslagern wurde die Menschenvernichtung Tag ßir Tag fab rikmäßig in Gaskammern und Verbrennungsofen betrieben. Bei lebendigem Leibe verbrannt, bei le-(…)

Comments are closed.