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Solidarität mit den Kämpfen der werktätigen und ausgebeuteten Massen Boliviens!

10/03 Oktober 2003

Solidarität mit den Kämpfen der werktätigen und ausgebeuteten Massen Boliviens!

Solidarität mit den Kämpfen der werktätigen und ausgebeuteten Massen Boliviens!
10/03 Oktober 2003
Zum wiederholten Mal in diesem Jahr und noch erbitterter als zuvor sind die werktätigen und ausgebeuteten Massen in Bolivien kämpferisch, militant und teilweise bewaffnet auf den Plan getreten. Sie haben sich im ganzen Land erhoben gegen Ausbeutung und Unterdrückung durch den Imperialismus, vor allem den US-Imperialismus, und die eigenen herrschenden Klassen, die den Ausverkauf der Ressourcen des Landes im Interesse ihrer imperialistischen Oberherren betreiben. Nach vierwöchigen Kämpfen und Straßenschlachten gegen Polizei und Militär, nach über 70 Ermordeten, gelang es, den Präsidenten zu stürzen. Nun aber soll endlich wieder "Ruhe und Ordnung" einkehren.
Doch die ausgebeuteten Massen in Bolivien, allen voran die Minenarbeiter, haben eine jahrzehntelange Tradition militanter und teilweise auch bewaffneter Kämpfe. Sie haben auch in der Vergangenheit bewiesen, daß sie sich weder durch Terror und Verfolgung noch durch reformistische Abwiegelei oder nationalistische Phrasen vom Kampf abbringen lassen. Die Zinnarbeiter aus den Bergwerken, die Fabrikarbeiterinnen und -arbeiter aus den Städten, die Landarbeiterinnen und -arbeiter, die armen Bäuerinnen und Bauern aus dem Tiefland und dem Andengebiet, die Studentinnen und Studenten, die verarmten Rentnerinnen und Rentner, die erwerbslosen Bewohnerinnen und Bewohner der Armenviertel – sie eint nicht nur der antiimperialistische Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung durch den Imperialismus, sondern als Aymara und Quetchua auch der gemeinsame Kampf gegen nationale Unterdrückung und Diskriminierung.
Erinnern wir uns nur kurz an die Kämpfe der vergangenen Monate:
■ Bereits im Januar dieses Jahres waren in Boli vien heftige Kämpfe entbrannt. Die Arbeite rinnen und Arbeiter marschierten mit den ar men Bäuerinnen und Bauern nach La Paz, in Cochabamba lieferten sich Studentinnen und Studenten stundenlange Straßenkämpfe mit den staatlichen Unterdrückungskräften. Inner halb von drei Tagen wurden 18 Menschen er mordet.
Nur vier Wochen später, Mitte Februar, entflammten die Kämpfe erneut in La Paz, Cochabamba und anderen Orten. In La Paz zündeten Demonstrantinnen und Demonstranten das Arbeitsministerium, den Amtssitz des Vizepräsidenten und weitere öffentliche Gebäude an.
33 Menschen wurden bei den Straßenschlachten gegen Polizei und Militär ermordet.
Im Juli stand die Region Santa Rosa im Zentrum der Kämpfe. Dort wurden erste Straßenblockaden und Barrikaden im "Krieg ums Gas" errichtet.
Der Tropfen, der das Fass İm September zum Überlaufen brachte, war das Erdgas Projekt. Die bolivianischen herrschenden Klassen hatten mit ihren imperialistischen Herren über ein internationales Konsortium – die spanische Repsol, British Gas und Pan American Energy LCC – einen Vertrag zur Vermarktung von Flüssiggas abgeschlossen.
Transportiert werden sollte das Gas dann über Chile nach Mexiko und in die USA.
Das profitable Geschäft wird für die impe rialistischen Konzerne – so die Pläne -jähr Fort.vetzung S. 2 "Das Kapital ist von Kopf bis Zeh, aus allen Poren, blut- und schmutz triefend zur Welt gekommen." (Karl Marx) Die Tatsache der Aufteilung der Welt in eine Handvoll reicher imperialistischer Industrieländer, die die Welt unter sich aufgeteilt haben und die große Mehrheit der Weltbevölkerung in den abhängigen und halbkolonialen Ländern unterdrücken und ausbeuten, erklärt noch nicht, wie es überhaupt dazu kam, dass diese Industrieländer die Reichtümer und Mittel anhäufen konnten, die den Grundstein legten für die Industrialisierung und die Entwicklung des Kapitalismus und Imperialismus, kurz für die sogenannte ursprüngliche Akkumulation des Kapitals. In seinem Werk "Das Kapital" von 1864 beschreibt Marx diese Entwicklung am Beispiel des damals fortgeschrittensten Industrielands England und seiner Kolonie Indien. Deutlich wird dabei generell, dass – mehr noch als rein wirtschaftliche Faktoren – Raub und Mord in den sogenannten Kolonien die Grundbedingung waren für die ursprüngliche Akkumulation:
"Der außerhalb Europas direkt durch Plünderung, Versklavung und Raubmord erbeutete Schatz flöß direkt Ins Mutterland zurück und verwandelte sich hier in Kapital." (Marx, "Das Kapital", Erster Band, 24. Kapitel "Die sogenannte ursprungliche Akkumulation", 1864, MEW 23, S.
781) Ein Beispiel ist Bolivien. Vormals noch ein Randgebiet des Inkareiches erreichten im 16. Jahrhundert die europäischen Eroberer und mit ihnen ein Heer von Soldaten und Pfaffen das Land.
Schließlich entdeckten sie die Silberminen von Potosi, das sprichwörtlich berühmt werden sollte für unvorstellbaren Reichtum. So sagt die Romartfigur Don Qulchote zu seinem Knappen Sancho Panza, er sei soviel wert wie die "Minen von Potosi". Potosi zählte um 1650 rund 160.000 Einwohner und war damit die größte Stadt des amerikanischen Kontinents, etwa so groß wie das damalige London.[9/12] Die europäischen Eroberer schwelgten im Luxus, bauten Ballhäuser, Theater und versilberten sogar die Pflastersteine. Voraussetzung für diesen Reichtum waren Raub, Tributpflicht, Menschenjagd und mörderische Sklavenarbeit der indigenen Bevölkerung, die sich in den Silberminen zu Tode schuften musste:
"Die Entdeckung der Gold- und Silberländer In Amerika, die Ausrottung, Versklavung und Vergrabung der elngebornen Bevölkerung in die Bergwerke, die beginnende Eroberung und Ausplünderung von Ostindien, die Verwandlung von Afrika in ein Geheg zur Handelsjagd auf Schwarzhäute bezeichnen die Morgenröte der kapitalistischen Produktionsära. Diese idyllischen Prozesse sind die Hauptmomente der ursprünglichen Akkumulation." (ebenda, S. 779) Die Entwicklung des Kapitalismus in den Industrieländern, so Marx, die Entstehung von Fabriken und der unverhüllten Sklaverei in Form der Lohnarbeit konnte sich nur herausbilden auf dem Sockel, dem "Piedestal" der unverhüllten Sklaverei in den Kolonien; "Überhaupt bedurfte die verhüllte Sklaverei der Lohnarbeiter zum Piedestal die Sklaverei sans Phrase in der neuen Welt." (ebenda, S. 787) Bis die Sifberminen von Potosí im 17. Jahrhundert versiegten, hatten die Eroberer aus Europa rund acht Millionen bolivianische Ureinwohner durch Unterernährung, brutalste Sklavenarbeit und Totschlag ermordet.[8/49] Plünderung, Raub, Mord waren also eine Grundbedingung für die Entstehung des Kapitalismus in den Industrieländern. Das Kapital, so Marx, ist "von Kopf bis Zeh, aus allen Poren, blutund schmutztriefend" zur Welt gekommen.
(ebenda, S. 788)(…)

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