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Kampf gegen den Antiziganismus: Solidarität mit den Sinti und Roma!

8-9/04 August/September 2004

Kampf gegen den Antiziganismus: Solidarität mit den Sinti und Roma!

Kampf gegen den Antiziganismus: Solidarität mit den Sinti und Roma!
8-9/04 August/September 2004
Kaum eine Minderheit wird von den reaktionären bürgerlichen Medien und Politikern so verhetzend dargestellt und diskriminiert, von staatlichen Behörden so unterdrückt oder verfolgt und auch von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung so verachtet wie die Sinti und Roma.
Es ist ein Gebot unseres demokratischen Selbstverständnisses und des proletarischen Internationalismus, ganz praktisch mit den Sinti und Roma im Kampf solidarisch zu sein, aber auch tiefer den Zusammenhang zwischen Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus mit der “deutschen Herrenmenschen-Ideologie” zu verstehen und aufzuzeigen. Es ist ebenso ein Gebot, die geschichtlichen Besonderheiten, die Einmaligkeit des Völkermordes der Nazis an den Juden und an den Sinti und Roma in den richtigen Zusammenhang zu stellen, wie aktuell den Kampf für die berechtigten demokratischen Forderungen der deutschen Sinti und Roma und vor allem den Kampf gegen die Abschiebungen von Roma aus Osteuropa zu unterstützen. Die tiefere Bedeutung der aktuellen Dringlichkeit dieser praktischen Solidarität wird im Grunde nur deutlich, wenn wir die NaziVerbrechen gegen die Sinti und Roma in den Mittelpunkt stellen.
Vor 60 Jahren, am 16. Mai 1944 war der Aufstand der Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau.
Sie begegneten dem Versuch der KZ-Kommandantur, die letzten Überlebenden in den Gaskammern zu ermorden mit militantem Widerstand. Für die Sinti und Roma symbolisiert dieser Tag bis heute ihren Widerstand gegen die Vernichtungsmaschinerle der Nazis. Sich auf die Seite dieser seit Jahrhunderten in Deutschland verfolgten und unterdrückten Minderheit zu stellen, bedeutet, den nazistischen Völkermord an schätzungsweise ca. einer halben Million europäischer Sinti und Roma ins Bewußtsein zu rücken und für die bis heute nicht vollständig geleistete Entschädigung der Opfer einzutreten. Es bedeutet, ein Bewußtsein zu schaffen für die Mitschuld, die die deutschen Werktätigen am Völkermord tragen, indem sie gleichgültig und ohne Hilfsbereitschaft duldeten, daß ihre Nachbarn oder Arbeitskolleginnen und -kollegen dem Völkermord zum Opfer fielen oder indem sie sogar aktiv diesen Völkermord in dieser oder jenen Form unterstützt haben. Es bedeutet darüber hinaus, das bis heute lebendige gefährliche Gift des Antiziganismus mit den Mitteln der Solidarität und der Aufklärung zu bekämpfen im Bewußtsein der Rolle, welche die deutsche “Herrenmenschen”-Ideologie auch bei der Verbreitung des Antiziganismus gespielt hat.
Entwicklung und Einschnitte des mörderischen Nazi-Terrors gegen Sinti und Roma von 1933 bis 1945 Ausgangspunkt iiir ein tiefgehendes Verständnis für die Wurzeln dieses Nazi-Terrors kann nur der Blick auf die Gesamtheit der nazi-faschistischen Verbrechen, insbesondere den Völkermord an den Sinti und Roma wie auch an der jüdischen Bevölkerung sein.
Die Nazis ihrerseits konnten dabei an dem bereits vorhandenen Feindbild vom “Zigeuner” anknüpfen (Siehe hierzu Kasten “Vorgeschichte der Verfolgung der Sinti und Roma in Deutschland” auf Seite 8).
Schon vor 193 3 waren Sinti und Roma in Deutschland schikaniert, überwacht, vertrieben, verfolgt, und diskriminiert worden. Es gab einen tiefsitzenden, jahrhundertealten Antiziganismus sowie die in zahlreichen Gesetzen formulierte Legitimierung von Diskriminierung und Verfolgung.
Bereits 1931 wurde durch die “Auskunftei” des “SD des Reichsführers SS” in München begonnen, die jüdische Bevölkerung und die Sinti und Roma als sogenannte “außereuropäische Fremdrassen” zu erfassen.
Ab 1933: Nachdem die deutschen Imperialisten die Hebel der politischen Macht in die Hände der Nazi-Faschisten gelegt hatten, begann nun nach und nach die verschärfte Ausgrenzung und Aussonderung der Sinti und Roma. Dabei konnten die Nazi-Faschisten auf die zahlreichen, bereits existierenden antiziga-(…)

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