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Im Kampf für den wissenschaftlichen Kommunismus und die proletarische Revolution gegen religiöse Verdummung und Verhetzung Religion: Vor allem die christlich deutsche

8-9/03 August/September 2003

Im Kampf für den wissenschaftlichen Kommunismus und die proletarische Revolution gegen religiöse Verdummung und Verhetzung Religion: Vor allem die christlich deutsche

Im Kampf für den wissenschaftlichen Kommunismus und die proletarische Revolution gegen religiöse Verdummung und Verhetzung Religion: Vor allem die christlich deutsche Ideologie bekämpfen!
8-9/03 August/September 2003
Kommunistinnen und Kommunisten sind Atheisten. Sie glauben nicht an ein “höheres Wesen”.
Sie wissen, daß ihnen “kein Gott, kein Kaiser noch Tribun” helfen wird, wie es in der Internationale heißt Der Kampf für den Kommunismus ist auch ein Kampf für eine klassenlose Gesellschaft, in der “der Mensch dem Menschen das höchste Wesen ist”. Doch eine ernste wissenschaftliche Haltung zur Klärung aller Fragen in Natur und Gesellschaft ist nur ein grundlegender Gesichtspunkt.
Es bleiben Fragen nach der Entstehung der verschiedenen Religionen, nach ihrer Funktion in verschiedenen Gesellschaftsformationen, aber auch die Fragen nach der Rolle der religiösen Institutionen, ihre Bedeutung in den Klassenkämpfen und allen Kämpfen gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Die Politik und Taktik der Kommunistischen Parteien vor und nach dem Sieg der volksdemokratischen und sozialistischen Revolution gegenüber religiösen Institutionen, besonders aber gegenüber von der Religion noch beeinflussten Teilen der Masse der Werktätigen, enthält einige Grundgedanken, die Ausgangspunkt für die konsequente Anwendung auf die heutigen Bedingungen in Deutschland und der hier stattfindenden Vorbereitung auf die sozialistische Revolution sein müssen.
Erste Ergebnisse unserer Überlegungen und Analysen werden nachfolgend eingeleitet durch zehn Thesen über unsere Linie im Kampf gegen die Religion heute in Deutschland.
I. Die Rolle der Religion 1. Auf den unteren Stufen der Entwicklung der Menschheit entstand die Religion als Eigenprodukt der Menschen selbst, die sich mystische Erklärungen für noch nicht Erklärbares zusammenreimten und gleichzeitig die Religion als Opium des Volkes, als Seufzer der bedrängten Kreatur nutzten, um das Elend besser ertragen zu können.
2. Mit der Teilung der Gesellschaft in Klassen und der Herausbildung der Ausbeuterklassen kam hinzu, dass die jeweils herrschende Klasse die Religion auch als Opium für das Volk nutzte, als Ideologie des Erduldens der Unterdrückung. Neben der Vertröstung auf den Himmel setzten die herrschenden Klassen die Religion aber auch als Instrument zur Aufhetzung und Zersplitterung der Unterdrückten untereinander ein. Zudem wurde die Religion ein Mittel der Aufhetzung gegen die bürgerlich-demokratische Aufklärung und seit 150 Jahren gegen den wissenschaftlichen Kommunismus und wirkte und wirkt so direkt konterrevolutionär.
II. Erfordernisse und Begrenztheit des Kampfes gegen religiöse Verdummung 3. Der Kampf der kommunistischen Kräfte gegen die Religion als Voraussetzung jedes kritischen Denkens ist nicht nur und vor allem nicht allein die Aufgabe wissenschaftlicher Aufklärung über Ursachen der Entwicklung in Natur und Gesellschaft. Die Religion, die ja nicht nur auf Betrug, sondern auch auf Unwissenheit beruht, hat als materielle Quelle die ausbeuterischen Verhältnisse. Im Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung vor der Revolution lässt sich die Religion nicht vollständig “besiegen”. Nach der siegreichen Revolution, vor allem dann im Kampf für den Aufbau des Sozialismus und Kommunismus in der ganzen Welt werden die ausbeuterischen Verhältnisse beseitigt und so der Boden für religiöse Ideologie ausgetrocknet. Dann erst wird die Entfaltung antireligiöser Argumentationen umfassende Erfolge erringen.
4. Dabei gilt es – den Rat Lenins verstehend und anwendend -, die antireligiöse Aufklärung unter den unterdrückten Massen der Werktätigen in angemessener Form vor allem gegen ihre Aufspaltung und Aufhetzung gerichtet zu betreiben, den Erfordernissen des aktuellen politischen Kampfes ein- und unterzuordnen und stets die beiden Seifen der Religion – nämlich Ihre Funktion als “Opium des Volkes” und als “Opium für das Volk” – im Auge zu behalten.
Gestützt auf den wissenschaftlichen Kommunismus lehnen die kommunistischen Kräfte In der ganzen Welt jede Religion und Mystik ab, Das Kopftuch und christlich-abendländischer deutscher Chauvinismus Wenn eine Frau in einer durchschnittlichen deutschen Behörde mit einem Kopftuch einem deutschen Beamten gegenübertritt, so gilt sie in der Regel gleich als eine Art “niederes Wesen”… vorausgesetzt, es handelt sich nicht gleich erkennbar um eine bayrische oder norddeutsche Bäuerin.
Das Kopftuch gilt beim durchschnittlichen “Kreuz-umden-HaIs”-Träger”als Symbol der “primitiv-islamischen” Kultur schlechthin und in den letzten zwei Jahren ja als Indiz des potenziellen terroristischen “Islamismus”. Diese reaktionäre Grundmentalität wird oft genug vom deutschen Macho durch scheinbar fortschrittliche Argumente gegen “Frauenunterdrückung” kaschiert und die christlich-kulturellen Täufer wehrloser kleiner Kinder ereifern sich über “religiösen Zwang”. Und der von Nietzsche inspirierte deutsche Herrenmensch, der jegliche menschliche Moral ablehnt und das “Raubtier” als Inbegriff der Freiheit versteht, ereifert sich angesichts (noch) religiöser muslimischer Frauen, die ein Kopftuch tragen, über die Knechtschaft der Religion.
Es ist diese himmelschreiende Heuchelei, die nach dem Kampf gegen diese Figuren schreit.
Wenn demokratische und kommunistische Kräfte im Alltag, in Diskussionen solchen Erscheinungen begegnen, ist die Position klar: Die Verteidigung der Freiheit religiöser Einstellungen und Sitten gegen die Anmaßung und Arroganz der Träger der deutschen Ideologie ist ein selbstverständlicher Ausgangspunkt, um so handfest wie nötig und möglich klar Partei zu ergreifen. Damit wird nicht “die Religion” oder “der Islam” verteidigt, sondern die Menschen, die (noch) religiöse Ansichten haben und in Wahrheit nicht wegen ihrer Religion, sondern wegen ihrer angeblicher “Minderwertigkeit” angegriffen werden.
Wenn in einer Fabrik islamisch gläubigen Arbeiterinnen das Tragen des Kopftuches verboten werden soll, ist es dann nicht klar, dass es ein Akt der politischen Solidarität – und nicht ein Akt der Verteidigung der Religion – ist, wenn zum Beispiel am nächsten Tag alle fortschrittlichen Arbeiterinnen, ob atheistisch oder christlich oder hinduistisch eingestellt, mit dem Kopftuch erscheinen werden?
In diesen oder ähnlichen Kampfaktionen, also inmitten der praktizierten Solidarität, mag es dann Je nach Situation angebracht sein, in Diskussionen über die Religion und ihre negativen Folgen in allen Erdteilen zu sprechen und atheistische Standpunkte vorzustellen. Ohne diese solidarische Aktion als Voraussetzung kann abstrakte atheistische Propaganda – hier sogar mit der Stoßrichtung gegen die Religion einer Minderheit – die Arbeiterinnen und Arbeiter spalten und insofern sogar reaktionär wirken.
Bei Betrachtung dieser in der Wirklichkeit am häufigsten vorkommenden Fälle von Diskriminierung wird das grundlegende Prinzip der Solidarität und der Verpflichtung zur Aufklärung deutlich. Wenn man das Prinzip ernst nimmt kann auch folgende Situation eintreten: reaktionäre moslemische Frauen wollen erzwingen, daß christlich-armenische Frauen alle Kopftücher tragen müssen. Dann erfordert das Prinzip, den Kampf aufzunehmen, für das Recht dieser christlich-armenischen Frauen, kein Kopftuch tragen zu müssen.
Nur wenn die demokratischen und kommunistischen Kräfte im Kampf beweisen, dass und wie sie für Religionsfreiheit eintreten und andererseits angemessene Formen antireligiöser Aufklärung finden, gibt es unabhängig von Religion und Nationalität die Möglichkeit , auch jenen sich bloss religiös verkleidenden reaktionären Kräften entgegenzutreten, die auf ihre Weise die Spaltung der Masse der Werktätigen oder Jugendlichen betreiben. Gerade wenn es sich um Reaktionäre handelt, die die Religion einer Minderheit in Deutschland als Deckmantel für ihre reaktionären Aktivitäten benutzen, steht dabei aber im Vordergrund, auf der Basis des oben skizzierten solidarischen Kampfes, bei dem für jeden sichtbar das Haup
tfeuer auf das reaktionäre christlich-abendländische und deutschchauvinistische Gehabe gerichtet ist, anhand von Beweisen den Reaktionär als Reaktionär zu entlarven, seine Mitarbeit in dieser oder jenen faschistoiden Organisation aufzudecken und deutlich und eindeutig klarzustellen, dass das “Religiöse” nur Tarnung ist. Jeder andere Weg bedeutet nichts anderes, als mit der Strömung der Vorurteile des christlich-deutschen Chauvinismus mit zu schwimmen anstatt gegen die Strömung anzukämpfen!(…)

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