Menu

  • collapseDeutsch (468)
  • collapseEnglish (63)
  • expandEspañol (65)
  • expandFrançais (75)
  • expandItaliano (33)
  • expandNederlands (28)
  • expandOther Languages (8)
  • expandTürkçe (60)
  • expandРусский (20)

"DIE BELEGSCHAFT HAT MEHRHEITLICH DEN STREIK BESCHLOSSEN. WENN JEMAND MIT DEMOKRATISCHEN ENTSCHEIDUNGEN NICHT UMGEHEN KANN, MUSS ER HALT MIT DEN KONSEQUENZEN LEBEN." S

9-10/05 September/Oktober 2005

"DIE BELEGSCHAFT HAT MEHRHEITLICH DEN STREIK BESCHLOSSEN. WENN JEMAND MIT DEMOKRATISCHEN ENTSCHEIDUNGEN NICHT UMGEHEN KANN, MUSS ER HALT MIT DEN KONSEQUENZEN LEBEN." S

“DIE BELEGSCHAFT HAT MEHRHEITLICH DEN STREIK BESCHLOSSEN. WENN JEMAND MIT DEMOKRATISCHEN ENTSCHEIDUNGEN NICHT UMGEHEN KANN, MUSS ER HALT MIT DEN KONSEQUENZEN LEBEN.” Streik bei Infineon München:
9-10/05 September/Oktober 2005
Ein Lehrstück über die Notwendigkeit des Kampfs gegen Streikbrecher Die Angriffe der Kapitalisten gegen die Arbeiterinnen und Arbeiter bei Infineon München-Perlach reihen sich ein in die Angriffe gegen die Arbeiterinnen und Arbeiter bei VW, Daimler-Chrysler, Opel und anderen Betrieben. Bei Infineon wurde die Schliessung des Werks für das Jahr 2007 und die Verlagerung der Produktion in zwei andere Werke angekündigt. Alle 800 Beschäftigten direkt bei Infineon und 200 bei Zulieferfirmen werden ihren Arbeitplatz verlieren.
Bei der Urabstimmung Mitte Oktober sprachen sich 93 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterinnen und Arbeiter bei Infineon für einen unbefristeten Streik aus, um eine Verzögerung der Schließung des Werks und höhere Abfindungen zu erkämpfen. Die Spaltung in Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern und deutsche ist den Kapitalisten bei diesem Streik nicht gelungen.
Der ursprüngliche Streikbeginn zur Frühschicht wurde vorverlegt, nachdem bekannt wurde, dass Infineon bereits vorher versuchen wird, Streikbrecher mit Bussen aufs Werksgelände zu bringen. Am 24. Oktober um Mitternacht begann der Streik und damit die Blokkade der 10 Werkstore.
Die Mitten in der Nacht angekarrten Streikbrecher İn ihren drei Bussen wurden von über 100 Streikenden und von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Betrieben (BMW, MAN, Siemens, MTU etc.) mit einem Pfeifkonzert und Parolen empfangen. Sie wurden aufgefordert, sich entweder solidarisch am Streik zu beteiligen oder wieder nach hause zu fahren. Nachdem der Einsatz einer Polizeihundertschaft zur Erzwingung des Zugangs angedroht wurde, gestand die Streikleitung dies unter der Bedingung zu, dass die Streikbrecher zu Fuß ins Werk gehen sollten, damit sie den Streikenden in die Augen schauen mussten. Diese Blamage wollten sich die Streikbrecher nicht antun. Die Busse kehrten mit samt den feigen Streikbrechern zurück.
Seit Streikbeginn wurde die Produktion des Werkes faktisch stillgelegt. Rund 400 Streikende protestieren vor dem Werksgelände gegen die Pläne von Infineon.
Dabei werden sie von Gewerkschaftern aus anderen bayerischen Städten unterstützt, auch Anwohner und Anwohnerinnen zeigten ihre Solidarität. (InfineonStreik Info Nr. 2, JW 25.10.05) Um Streikbrecher zu erkennen, kontrollierten die Streikposten an den Werkstoren die Werksausweise, da nicht der gesamte Zugang blockiert werden konnte, da auf dem gleichen Industriegelände auch andere Firmen wie Siemens sind.
Solidarische Unterstützung Die Solidarität von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Betrieben und anderen Einzelgewerkschaften ist sehr groß. Bereits am ersten Tag beteiligten sich viele aus verschiedenen Betrieben der Metallbranche, aber auch Kolleginnen und Kollegen von anderen Einzelgewerkschaften an den Protestaktionen vor dem Tor.
Auch gewerkschaftlich organisierte Mitglieder, die bei Siemens Perlach, Siemens Business Services Südbayern und Fujitsu Siemens Computers München im gleichen “Industriepark” wie Infineon arbeiten, zeigen sich solidarisch mit dem Streik. In einer Erklärung der Vertrauenskörperleitungen aus den drei Betrieben heißt es:
“Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir IG Metall-Mitglieder bei Siemens Perl ach, Siemens Business Services Südbayern und Fujitsu Siemens Computers München, erklären uns solidarisch mit Eurem Kampf gegen die drohende Werksschiießung in Peri nei! und für Eure Arbeitplätze. (…) Wenn Ihr Euch nicht in das Schicksal ergeben und in gut einem Jahr arbeitslos werden wollt, bleibt nur die Alternative, Euch gemeinsam zu weh ren und zu streiken. Wo wir euch unterstüt zen können, wollen wir das gerne tun. (…) Heute Ihr – morgen wir! Wenn Ihr bei Infi neon Euch gegen die Arbeitsplatzvernichtung wehrt, setzt ihr ein Zeichen, das auch unseren Kolleginnen Mut macht, sich zu wehren/’ (Infineon-Streikinfo Nr. 3) Auch die Vertrauensleute bei Infineon Dresden unterstützen den Streik und rufen die Kolleginnen und Kollegen im Dresdner Werk zur Solidarität auf. In Dresden versucht die Geschäftsleitung Streikbrecher anzuwerben, die 50 Euro Prämien und 20 Euro Spesen für jeden Tag in München bekämen. Darauf hin wehren sich die Vertauensieute in Dresden mit Aushängen “Keine Streikbrechertätigkeit und kein Streikbruch!” gegen die Machenschaften der Geschäftsleitung.(Infineon Dialog, 21.10.05, de.internet.com, 24. İ0.2005,16:16 Uhr) Abwiegelei der DGB-Fürsten Der bayerische DGB-Fürst Fritz Schösser fiel den Streikenden prompt in den Rücken:
“Das elementare Recht der Beschäftigten, um ihre Arbeitsplätze und beschäftigungspo litischen Ziele zu kämpfen, sollte nicht von Streikenden durch Übernahme der rüden Me thoden der Geschäftsleitung in Misskredit ge bracht werden.” (JW 26.10.05)(…)

Comments are closed.