Menu

  • collapseDeutsch (461)
  • collapseEnglish (63)
  • expandEspañol (65)
  • expandFrançais (75)
  • expandItaliano (33)
  • expandNederlands (28)
  • expandOther Languages (8)
  • expandTürkçe (60)
  • expandРусский (20)

Der Kampf gegen den deutschen Revanchismus ist unverzichtbar!

Was bedeutet deutscher Revanchismus ?

Der Kampf gegen den deutschen Revanchismus ist unverzichtbar!

Der Kampf gegen den deutschen Revanchismus ist unverzichtbar!
Was bedeutet deutscher Revanchismus ?
6/04 Juni 2004
Wer wirklich den deutschen Imperialismus bekämpfen will, muss ihn kennen. Das Verständnis, was der deutsche Revanchismus bedeutet und wie er mit dem deutschen Imperialismus zusammenhängt, ist aus unserer Sicht Voraussetzung für langfristigen und aktuellen Kampf.
Angesichts zweier verlorener Weltkriege, angesichts des Bruchs des Potsdamer Abkommens, angesichts der expansiven Ambitionen des deutschen Imperialismus gegenüber den Ländern Osteuropas, der ehemaligen Sowjetunion, Österreichs und all den Ländern , die der deutsche Imperialismus schon einmal okkupiert hatte und deren Völker ihm im Partisanenkrieg Schläge versetzt haben, nutzt der deutsche Imperialismus die Propaganda der Revanche für seine allseitigen Expansionsbestrebungen als längst schon wiedererstarkte besonders aggressive imperialistische Großmacht. Deutlicher noch als vor zehn oder fünfzehn Jahren ist heute zu sehen, dass sich die Ideologie und Politik der Revanche immer schärfer gerade auch gegen die anderen imperialistischen Großmächte richtet, die den nazi-faschistischen deutschen Imperialismus im Zweiten Weltkrieg besiegt haben. Die Ideologie der Revanche wird heute insbesondere für die sich zunehmend abzeichnende weltweite Konfrontation mit dem US-Imperialismus genutzt.’ Die Revanche-Ideologie ist allerdings keineswegs nur die Sache angeblicher “Ewiggestriger” oder eines angeblichen “Rechtskartells” innerhalb “1er herrschenden Klasse, Revanchistische Ideologie bedeutet auch keinesfalls nur einen deutschen “Drang nach Osten” bzw. zur Wiedererlangung angeblich “urdeutscher Gebiete”, sondern steht im Zusammenhang mit den Besonderheiten des deutschen Imperialismus Uberhaupt als Ergebnis der geschichtlichen Entwicklung seit dem Ersten Weltkrieg. Dies aktuell und vordem geschichtlichen Hintergrund richtig zu verstehen und einzuordnen, die Treffsicherheit der kommunistischen Position dazu zu präzisieren, ist unerlässlich für den umfassenden Kampf gegen unseren Hauptfeind, den deutschen Imperialismus.
Der deutsche Revanchismus nach dem Versailler Vertrag, nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg Der deutsche Imperialismus, der seit gut 100 Jahren als imperialistische Großmacht existiert und aktiv ist, nutzt die Ideologie der Revanche seit der Niederlage im ersten Weltkrieg.
Nach der Niederlage im ersten Weltkrieg wurde die Propaganda der Revanche vor allem unter Bezug auf den Versailler Vertrag in einer ersten Etappe zu einer relativ festen in sich geschlossenen reaktionären Ideologie ausgebaut: zur Ideologie des deutschen Revanchismus.
Die Parole der Revanche (von Französisch “revancher” = rächen), die gerade die Parole der französischen Bourgeoisie nach dem verlorenen deutsch-französischen Krieg 1871 war, wurde nun von den Ideenräubern des deutschen Imperialismus aufgegriffen, um auf realer ökonomischer Basis eine Massenstimmung für eine Revanche, ja für einen Revanchekrieg zu schüren. Die Revanche-Hetze zielte darauf ab, das “Diktat von Versailles” abzuschütteln, keine Kontributionen zu zahlen, das eigene Militar wieder unbegrenzt aufzurüsten. Fortgenommene Kolonien sowie im Westen vor allem französische Gebiete (Elsaß-Lothringen), im Osten die zunächst eroberten sowjetischen Gebiete (Vertrag von Brest-Litowsk 1918) sowie polnische Gebiete, die nach der Niederlage verloren wurden, sollten wieder erobert Im Rahmen der Vorbereitung der 3. Parteikonferenz bitten wir alle Leserinnen und Leser – In Konfrontation mit unseren Ausführungen in ROT FRONT 2 – das vorließende Flugblatt m diskutieren und uns Kritiken und Anregungen mitzuteilen.
und die staatliche “Einheit aller (angeblichen) deutschen Gebiete” einschließlich Österreichs und von Teilen der Tschechoslowakei (Sudeten) und Polens hergestellt werden. Vor allem aber diente die Entfachung der Revanche-Hetze auch dazu, überhaupt die “Schmach” der Niederlage auf der Basis des deutschen Nationalismus vor allem gegen England, Frankreich und die USA zu tilgen.
Die Ideologie der Revanche, des deutschen Revanchismus, hatte in dieser Zeit ihre reale, materielle Grundlage in der gesamten Ökonomie des deutschen Imperialismus. Dieser im Ersten Weltkrieg geschlagene junge, besonders aggressive imperialistische Räuber wusste, dass auf dem Weg zur Vorbereitung und Durchführung eines neuen imperialistischen Weltkriegs mit dem Ziel der Wiedereroberung alter Stellungen und der weiteren Neueroberungen mit dem Ziel der Weltherrschaft die breite Mobilisierung oder wenigstens Neutralisierung breiter Massen planmäßig und systematisch erfolgen muss, um im modernen Krieg der Millionen von Soldaten und der nötigen Produktivität an der “Heimatfront” keine unangenehmen Überraschungen, Störungen oder gar revolutionären Entwicklungen zu erleben.
Das auf der Basis der Revanche entstandene übergreifende Bündnis aller reaktionären Strömungen in Deutschland unter schließlicher Führung der nazifaschistischen Partei NSDAP stabilisierte sich zunehmend, von Erfolg zu Erfolg: Aufbau der Reichswehr, Einverleibung Österreichs im März 1938 sowie von Teilen der Tschechoslowakei İm Herbst 1938, Überfall und Besetzung Polens 1939 und Frankreichs sowie weiterer Länder in Europa 1940, Überfall und Besetzung großer Teile der Sowjetunion 1941…
Die besondere Attraktivität des Revanche-Gedankens beruhte zunächst auf der Ausnutzung der Tatsache, dass der Versailler Vertrag neben richtigen Festlegungen (insbesondere die Verpflichtung des deutschen Imperialismus, die staatliche Souveränität von Polen und der Tschechoslowakei anzuerkennen sowie das Verbot des “Anschlusses” der österreichischen Nation) in der Tat vor allem ein räuberischer Vertrag der siegreichen Imperialisten gegen die deutsch-imperialistischen Verlierer war. Der Versailler Friedensvertrag gab dem deutschen Imperialismus somit besondere demagogische Möglichkeiten, große Teile der deutschen Bevölkerung mit der Ideologie des Revanchismus und Chauvinismus zu vergiften, während er gleichzeitig die räuberischen Bedingungen des Versailler Vertrages auf die Arbeiterklasse abzuwälzen suchte und abwälzte.
Die Revanche-Idee schien scheinbar einen eher defensiv-wiederherstellenden Charakter zu haben und sich gegen die “Ungerechtigkeit” imperialistischer Logik zu richten. Dies erleichterte es, breite Massen unter der Führung des wiedererstarkenden deutschen Imperialismus zu scharen.
Nach dem Erreichen der vorgegebenen Revanche-Ziele entfaltete sich allerdings die eigene imperialistische Logik in immer rascherer Weise zu einer deutlich offensiven Propaganda der Eroberung der Weltherrschaft, der Verwirklichung der angeblich geschichtlich bedingten “deutschen Wcltmission”. (Dazu wurden gar noch verfälschende Metaphern aus der Geschichte des “Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation” als “Erstes Reich” fur die Rolle des “Dritten Reichs” hinzugezogen.) Der deutsche Revanchismus nach der Niederlage des deutschen Imperialismus im Zweiten Weltkrieg – nach dem Potsdamer Abkommen Der deutsche Revanchismus als untrennbarer Teil des ideologischen Gesamtpakets der Nazi-Ideologie, als eine zentrale Maskerade des Weltherrschaftsstrebens erlebte nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg einen ungeheuren Auftrieb durch die weiter hochgerüstete Propaganda-Maschinerie des deutschen Imperialismus, seiner Massenmedien, Nach der Niederlage des deutschen Imperialismus ergab sich allerdings in einem Punkt eine wesentlich andere Situation für die weitere Ausarbeitung der Ideologie des Revanche-Gedankens: Dies war nicht nur eine Niederlage gegen imperialistische konkurrierende Großmächte, sondern in erster Linie eine Niederlage im Kampf gegen die sozialistische Sowjetunion und die Kampfverbände der vom deutschen Imperialismus unterdrückten Völker.
Aus diesen Kräften der “Anti-Hitler-Koalition – einschließlich der imperialistischen Konkurrenten USA, England und Frankreich – ergab sich fundamental anders als nach dem Ersten Weltkrieg nun ein wohlbegründ
ctes und für jeden ehrlichen, demokratischen Menschen nachvollziehbares Programm fur das besiegte Deutschland: das Programm des Potsdamer Abkommens.
Auf der Basis einer im Potsdamer Abkommen festgelegten staatlichen Einheit Deutschlands wurde das Programm der Entnazifizierung, der Entmilitarisierung und Demokratisierung einschließlich von Reparationen beschlossen, Die in der Geschichte zusammengeraubten und durch nazistisch verhetzte deutsche “Minderheiten” bewohnten Gebiete wurden regulär entsprechend den Beschlüssen des Potsdamer Abkommens umgesiedelt. Im Osten wurde eine neue Grenze Deutschlands festgelegt, welche die geschichtliche Expansion und die Situation des Überfalls des deutschen Imperialismus 1939 auf Polen berücksichtigte. Das bedeutete für den deutschen Imperialismus eine erhebliche Verkleinerung seines Staatsgebiets.
Der deutsche Imperialismus stellte einige Aspekte seiner Nazi-Ideologie in den Hintergrund und übte sich in verzehnfachter ideologischer Anstrengung nun vor allem İn verschärftem Revanche-Geschrei gegenüber dem “Bolschewismus”, dem er vor allem seine Niederlage zu verdanken hatte. Die Bevölkerung Westdeutschlands wurde in Kontinuität mit Bestandteilen der Nazi-Ideologie mit verschärftem Antikommunismus beeinflusst.
Der deutsche Revanchismus als Ideologie konzentrierte sich vor dem Hintergrund seiner realen Gebietsverluste zunächst auf die Frage der angeblich “ungerechten neuen Ost-Grenze”, der als “Vertreibung” verurteilten Umsiedlungen und der vielbeschworenen “Einheit Deutsch-(…)

Comments are closed.