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Grundlegende Positionen zu Fragen der proletarischen weltrevolution und der internationalen lage

Rot Front Nummer 23-25

Grundlegende Positionen zu Fragen der  proletarischen weltrevolution und  der internationalen lage

Vorbemerkung

Die nachfolgende vorgestellte umfassende Arbeit über das Werk Mao Tse-tungs – gegliedert in vier Teile – ist die geringfügig überarbeitete Studie eines Autorenkollektivs aus Deutschland und Österreich, in der sich der Versuch widerspiegelt, angesichts heftiger oft sehr primitiver Polemiken gegen oder für Mao Tse-tung das Hauptaugenmerk auf das Werk Mao Tse-tungs und seine Analyse zu legen.

Eine Fülle der in den 80er Jahren aufgeworfenen Fragen, die zur Spaltung von Dutzenden Organisationen, die sich am Kommunismus orientierten, führte, sind heute nur scheinbar von Relevanz. In Wirklichkeit jedoch ist die Haltung etwa zum Weg des bewaffneten Kampfes und die seriöse Auswertung des Werkes Mao Tse-tungs zu diesem Thema sehr wohl eine erstrangige Frage.

Angesichts weltweiter antikommunistischer Kampagnen ist der Streit über das Werk Mao Tse-tungs, der eine der großen Persönlichkeiten der kommunistischen Weltbewegung über viele Jahrzehnte war, ein grundlegendes Thema für alle heute sich am Kommunismus orientierenden Kräfte.

So beginnt diese Arbeit mit einem Abriss der grundsätzlichen Einschätzung Mao Tse-tungs des Imperialismus und der Kräfte der proletarischen Weltrevolution – insbesondere auch im Hinblick auf die Beurteilung der konkreten Lage nach 1945.

Zweifellos im Mittelpunkt des Werkes Mao Tse-tungs stehen jedoch seine umfassenden Darlegungen über die Fragen der chinesischen Revolution, die im zweiten Teil behandelt werden: Programmatische, strategische und taktische Fragen, vor allem Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede der Einschätzungen Mao Tse-tungs einerseits, Lenins, Stalins und der Komintern andererseits werden diskutiert, wobei sehr konkret Möglichkeiten und Grenzen taktischer Kompromisse dokumentiert werden

„Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen” – diese bekannte Aussage Mao Tse-tungs ist Leitsatz des dritten Abschnitts des zweiten Teils. Die klare, in Theorie und Praxis der revolutionären Kämpfe bewährte Haltung Mao Tse-tungs zum bewaffneten Kampf, zum Verhältnis von militärischen Fragen zur politischen Linie wird grundsätzlich, aber auch im Detail anhand der Schriften Mao Tse-tungs entwiekelt. Dabei spielen Fragen der Schaffung befreiter Stützpunktgebiete eine erstrangige Rolle, da es sich hier nicht nur um eine welthistorisch neue Möglichkeit des bewaffneten Kampfes in China handelt, sondern durchaus auch um eine zu prüfende Möglichkeit für andere Völker wohl vor allem Asiens, Afrikas und Lateinamerikas.

Im dritten Teil geht es um die großen Erfahrungen der Linienkämpfe innerhalb der KP Chinas, um Fragen der Haltung zum Aufbau der Kommunistischen Partei, der Ausbildung und Erziehung ihrer Kader, um Fragen des innerparteilichen Kampfes, seiner Methoden, Gefahren und Chancen.

Im vierten Teil dieser umfassenden Arbeit über die Zeitspanne 1949 bis 1976 geht es um Fragen der Weiterfuhrung der Revolution, der Verwandlung der neudemokratischen Revolution in die sozialistische Revolution, um Fragen der Errichtung und Festigung der Diktatur des Proletariats allseitig nun auch über die Bourgeoisie und die Gefahren der Restauration des Kapitalismus. Die völlig andere Quellenlage wird in einer gesonderten Vorbemerkung zu diesem vierten Teil dargestellt. Der springende Punkt in diesem vierten Teil ist die uns falsch erscheinende Haltung zur nationalen Bourgeoisie beim Aufbau des Sozialismus durch Mao Tse-tung vor allem 1957 einerseits und die in Zitaten erkennbare positive Veränderung seiner Haltung zur Diktatur des Proletariats und des Kampfes auf Leben und Tod mit der Bourgeoisie andererseits. Das Fehlen zuverlässiger Dokumente belastet zweifellos eine fundierte Einschätzung dieser Zeitspanne, so dass durch die Auswertung der vorhandenen Quellen und Zitate vor allem ein Anstoß für weitere am wissenschaftlichen Kommunismus orientierte Forschungen gegeben werden soll.

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Die beiden großen philosophischen Schriften Mao Tse-tungs „Über die Praxis” und „Über den Widerspruch” werden in der vorliegenden Studie nicht eingeschätzt. Die im Zusammenhang mit einer vertieften Diskussion über Stalins Werk „Über dialektischen und historischen Materialismus” erstellten Positionen zu diesen beiden Schriften Mao Tse-tungs sind in der „Rot Front” Nr. 21 vom Januar 2006 unter dem Titel „Die revisionistischen Angriffe gegen den dialektischen Materialismus zurückschlagen” erschienen.

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Der Kampf um das kommunistische Erbe Mao Tse-tungs und um die Kritik seiner Fehler ist bei weitem noch nicht abgeschlossen. Die hier vorgelegten Studien zu vier zentralen Fragen des Werkes Mao Tse-tungs zeigen unserer Meinung nach jedoch, dass die beiden im Anhang abgedruckten Stellungnahmen aus den Jahren 1981 und 1993 zwar von der Akzentsetzung her als Reaktion auf den damaligen ideologischen Kampf diese oder jene besonderen Nuancen haben, aber im wesentlichen heute aus unserer Sicht nach wie vor Gültigkeit haben.

Wir drucken beide Stellungnahmen unverändert im Anhang ab.

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Mit großer Ungeduld erwarten wir in den nächsten Jahren Diskussionsbeiträge mit den am wissenschaftlichen Kommunismus orientierten Kräften in China, denn eines ist klar: In China wirken die Kräfte des Imperialismus und Kapitalismus immer dramatischer unter einem in Fetzen hängenden sozialistischen Mäntelchen, und so werden dort die Kräfte der Rebellion und der sozialistischen Revolution den Kampf gegen die eigene herrschende revisionistisch-bürokratische herrschende Klasse der „neuen Bourgeoisie” und gegen den Weltimperialismus aufnehmen und das Wort ergreifen. Nicht zuletzt die kritische Analyse des Werkes und des Wirkens Mao Tse-tungs in China wird ein wesentlicher theoretischer Bestandteil des Aufbaus einer wirklich kommunistischen Partei in China auf dem Boden der Lehre von Marx, Engels, Lenin und Stalin sein.

Redaktionskollektiv

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