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"Bin fremdenfeindlicher Hintergrund ist ausgeschlossen" ???

Gleichgültigkeit und Resignation gegenüber dem Nazi-Terror bekämpfen!

“Bin fremdenfeindlicher Hintergrund ist ausgeschlossen” ???
Gleichgültigkeit und Resignation gegenüber dem Nazi-Terror bekämpfen!
März 2008
Deutsche Zustände 2008: Menschen aus anderen Ländern, Menschen mit dunkler Hautfarbe, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Behinderte, gleichgeschlechtlich orientierte Menschen, Obdachlose, Anti-Nazistinrien und Anti-Nazisten, antifaschistische Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter müssen tagtäglich damit rechnen, von Nazis bedroht, verfolgt, zusammengeschlagen oder gar ermordet zu werden. Und “tagtäglich” ist hier keine Floskel: Selbst offizielle Statistiken müssen einräumen, dass in Deutschland im Durchschnitt jeden Tag mehr als drei Nazi-Uberfälle stattfinden – vom Tragen von Nazi-Symbolen, von Nazi-Hetze und Parolen gar nicht zu reden.
Und dieser Nazi-Terror zeigt Wirkung – über die Bedrohung der unmittelbar Betroffenen hinaus -, eine scheinbar paradoxe Wirkung: Viele nehmen ihn kaum mehr wahr, verhalten sich gleichgültig, haben sich an ihn gewöhnt, nehmen ihn hin als “Teil der deutschen Zustände”. Selbst bei vielen sich als fortschrittlich verstehenden Menschen tritt ein gefahrlicher Gewöhnungseffekt ein. Doch eines ist klar: Wer sich an den Nazi-Terror “gewöhnt”, sich mit ihm abfindet, nichts dagegen tut im Betrieb, in den Stadtteilen, in den Schulen, an den Unis, auf den Straßen, der hat bereits resigniert und sich demoralisieren lassen.
Wir wollen es gleich vorweg sagen: Wir würden uns auch liebei mit etwas anderem beschäftigen als mit den Nazis, es gibt in vielerlei Hinsicht “wichtigere Dinge”. Aber der Kampf gegen die Nazis ist insofern von enormer Bedeutung und in gewisser Weise “das Wichtigste”, insofern gilt: Wer nichts tut gegen den Nazi-Terror oder wer aufgehört hat, etwas dagegen zu tun, der kann in der Regel auch nicht für Kämpfe mit weitergehenden Zielen gewonnen werden.
Deutsche Zustände 2008:
Verstärkter Nazi-Terror Es genügt, wenn wir uns ein paar Fakten der letzten beiden Monate anschauen:
■ Am 3. Februar starben in Ludwigshafen neun Frauen und Kinder türkischer Herkunft in den Flammen eines Wohnhauses. 60 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Umstände wiesen auf ein Nazi-Massaker hin. Der deutsche Staat staltete umgehend ein Vertuschungsprogramm und zog alle Register, um einen “fremdenfeindlichen Hintergrund” auszuschließen.
■ Am 9, Februar 2008 wurde ein 19jähriger linker Punk im thüringischen Berga von Nazis ins Koma geprügelt. Die bürgerliche Presse vertuschte diesen Nazi-Überfall.
■ Am 14. Februar wurde in Aldingen (BadenWürttemberg) ein Haus, in dem eine türkische Familie wohnte, völlig zerstört. Die Staatsanwaltschaft spricht von der Tat eines, .Feuerteufels” und “schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund aus”.
■ Am 18. Februar wurde in Dautphetal bei Marburg das Haus einer türkischen Familie angezündet.
Es war ein glücklicher Zufall, dass es keine Toten gab. Die Nazi-Täterschaft war zu eindeutig, um vertuscht werden zu können. Nach einigen kurzen Pressemeldungen wurde der Fall “ad acta” gelegt.
■ Am Morgen des 29. März wurde in Backnang/Baden-Württemberg ein Brandanschlag gegen ein Haus verübt, das überwiegend von Menschen bewohnt wird, die aus der Türkei stammen. Fünf Bewohnerinnen und Bewohner erlitten Rauchvergiftungen. Im Eingangsbereich des Hauses war eine Kinderkarre mit Benzin als Brandbeschleuniger in Brand gesteckt worden. An einer Fassade waren zwei Hakenkreuze hingeschmiert worden.
Hinzu kamen weitere rassistische Überfälle von Nazis, Nazi-Aufmärsche, Schändungen jüdischer Friedhöfe, Nazi-Überfälle auf linke Jugend-Treffs, auf Obdachlose, antifaschistische Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen…
Wochenende für Wochenende sind auch die von der Polizei mit massiven Aufgeboten geschützten(…)

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