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Aus Dimitroffs Kampf gegen den Nazi-Faschismus lernen!

9/02 September 2002

Aus Dimitroffs Kampf gegen den Nazi-Faschismus lernen!

Aus Dimitroffs Kampf gegen den Nazi-Faschismus lernen!
9/02 September 2002
Die meisten der antifaschistischen Gruppen in Deutschland konzentrieren sich auf den Kampf gegen die Nazi-Organisationen vor Ort und beschäftigen sich mit den aktuellen Erfahrungen der antifaschistischen Kämpfe in Deutschland. Wer sich etwas tiefgehender mit den bereits vorhandenen geschichtlichen Erfahrungen des Kampfes gegen Nazi-Faschismus und voranschrei tende Faschisierung des Staatsapparats beschäftigt, wer versucht, den heute stattfindenden Kämpfen durch die Auswertung der großen internationalen antifaschistischen Kämpfe Klarheit zu verleihen und ihre Schlagkraft zu steigern, der kommt um Georgi Dimitroffs Kampf, seine Erfahrungen und Richtlinien im Kampf gegen den Faschismus, insbesondere den deutschen Nazi-Faschismus, nicht herum.
Georgi Dimitroff erlangte 1933 als Angeklagter im Rcichstagsbrandprozeß aufgrund seiner furchtlosen und politisch hervorragenden Verteidigung, die sich in eine Anklage gegen die von den Nazis begangenen Verbrechen verwandelte, internationales Ansehen und Berühmtheit. Das von ihm als Vorsitzender der Kommunistischen Internationale auf dem VII. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale 1935 gehaltene Hauptreferat zum Kampf gegen den Faschismus wertete die Erfahrungen, Erfolge und Niederlagen des in vielen Ländern geführten antifaschistischen Kampfes aus und legte die Linie für den notwendigen Massenkampf gegen den Faschismus dar. Wer dieses Referat sowie die beiden weiteren, von Dimitroff auf dem VII.
Weltkongreß gehaltenen Redebeiträge ernsthaft in Zusammenhang mit den historischen Bedingungen studiert und die Gemeinsamkeiten, aber auch die Unterschiede zwischen den damaligen und heutigen Bedingungen herausarbeitet und beachtet, der kann vom VII. Weltkongreß sehr viel für den heutigen antifaschistischen Kampf lernen. Die von Dimitroff dargelegten Richtlinien sind vor allem auch eine wichtige Hilfe, um den Kampf gegen die Nazifaschisten und die staatliche Faschisierung richtig in den umfassenden Kampf gegen den Kapitalismus bzw. Imperialismus, in den Kampf für die sozialistische Revolution einzuordnen und unterzuordnen.
I.
Dimitroffs revolutionäres Auftreten im “Reichstagsbrandprozeß” in Leipzig 1933 versetzte den Nazi-Faschisten einen schweren Schlag Am Abend des 27. Februar 1933 brach im Gebäude des Deutschen Reichstags ein Brand aus: Kür die Brandstiftung machten führende Vertreter der Nazis sowie die Nazipresse sofort die KPD und “Beauftragte der Kommunistischen Internationale” verantwortlich, die damit angeblich einen bewaffneten Aufstand auslösen wollten. Kurze Zeit später wurden DimitrotT, weitere bulgarische und deutsche Kommunisten sowie der Holländer Van der Lübbe verhaftet.
Tatsächlich war die Reichstagsbrandstiftung eine beispiellose Provokation der Nazis, die Rechtfertigung und der Auftakt für einen groß angelegten Terrorfeldzug gegen die revolutionäre Bewegung des Proletariats mit dem Ziel ihrer vollständigen Zerschlagung.
In den Märztagen 1933 wurden Tausende verhaftet, vor allem Mitglieder der KPD.
Die Nazifaschisten wollten sich damit auch im internationalen Maßstab als Speerspitze des Kampfes gegen den Kominunismus darstellen. Die weltweite Öffentlichkeit entwickelte sich für die Nazis jedoch zunehmend ungünstig. Der Prozeß löste eine machtvolle internationale Solidaritätsbewegung aus. Es erschien das “Braunbuch” uber den Rcichstagsbrandprozeß, worin die Provokation der nazifaschistischen Machthaber entlarvt und deren Verbrechen umfassend entlarvt wurden.
Insbesondere in Prankreich, aber auch in vielen anderen Landern fanden große Solidaritätsdemonstrationen und Kongresse slatt, auf denen die Freilassung Dimitroffs und der übrigen verhafteten Kommunisten gefordert und der Terror der Nazis angeprangert wurde.
Dimitroff wurde aufgrund seiner kühlen Entschlossenheit und seiner herausragenden Fähigkeiten zur zentralen Gestalt des Prozesses, auf die die Aufmerksamkeit von Millionen gerichtet war. Aus dem schikanierten und über Monate durch schmerzhafte Handfesseln gequälten Angeklagten wurde der ge fürchtete Ankläger der Nazi verbrechen. Er überließ seine Verteidigung nicht dem verordneten Pflicht verteidiger. Er verstand es souverän, seine juristische Verteidigung und die Aufdeckung des Lügengebäudes der Anklage, die Autdeckung der widersprüchlichen und unhaltbaren Aussagen der präparierten Zeugen mit der Aufdeckung der politischen Hintergründe des Pro zesses, mit der Anklage des verbrecherischen Charak ters der Nazidiktatur und der geschickten Darlegung von Elementen der kommunistischen Linie des Kamp fes gegen den Faschismus zu verbinden. Schon bald sahen sich die Nazifaschisten gezwungen, die öffent liche Übertragung der Gerichtsverhandlungen über Radio einzustellen. Zu diesem Auftreten war Dimitroff vor allem in der Lage, weil er nicht nur mutig, son dern ein im Feuer des Kampfes erzogener, politisch, ideologisch und theoretisch klarer Kommunist war.
Dimitroffs eigenes Aufireten stand trotz seiner iso lierten Lage als Gefangener im engen Zusammenhang mit der internationalen Solidaritätsbewegung. Uner müdlich versuchte er brieflichen Kontakt zu zentra len Personen der weltweiten Solidaritätsbewegung aufzunehmen, so etwa zu dem fortschrittlichen fran zösischen Schriftsteller Romain Rolland. Dimitroff war sich nach dem Prozeß völlig darüber im klaren, daß ohne Unterstützung, ohne Mobilisierung der Öf fentlichkeit im internationalen Maßstab, sein Frei spruch nicht stattgefunden hätte. Auch nach seinem Freispruch hielten die Nazis ihn weiter gefangen und hatten vor, ihn zu vernichten. Durch die Intervention der Sowjetunion und die Verleihung der sowjetischen Staatsbürgerschaft konnte sein Leben gerettet werden.
Am 27. Februar 1934 konnte er in die Sowjetunion fliegen.
Das Auftreten Dimitroffs vor Gericht und sein Ver halten als Gefangener bietet ein Lehrbeispiel und ei nen sehr vielseitigen Erfahrungsschatz für den Kampf als revolutionärer politischer Gefangener und Ange klagter unter schwierigen Bedingungen, II.
Dimitroffs Reden auf dem VII. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale – grundlegende Richtlinien für den weltweiten antifaschistischen Kampf 1935 fand in Moskau der VII, Weltkongreß der Kom munistischen Internationale statt. In einer ganzen Rei he von Ländern herrschte 1935 bereits eine faschisti sche Diktatur, so in Deutschland, wo sie zwei Jahre zuvor errichtet worden war.
In Deutschland hatte der Nazi-Faschismus seinen grausamen Charakter schon in den ersten Monaten nach seiner Errichtung gezeigt. Die Nazifaschisten erließen zahlreiche Verbote, schafften die Reste von bürger lichen Rechten und Freiheiten und das Parlament ab und hat ten bis 1935 schon zahlreiche Schritte zur Entrechtung und Terrorisierung der jüdischen Bevölkerung in die Tat umge setzt. Nach einer Zusammen stellung der Internationalen Roten Hilfe wurden bis August 1935 in Deutschland 4.200 Personen von den Nazis und ihren Schergen ermordet, 317.800 verhaftet; 218.600 an tifaschistische Arbeiter, Bau ern, Angestellte, Intellektuelle, Kommunisten, Sozialdemokraten und Mitglieder oppositioneller christlicher Organisationen verwundet und grausam gefoltert. (Dimitroff fuhrt diese Zahlen in(…)

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